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Documentation sur le statut des métis de pères Allemands au Togo entre 1905 et 1914. Présentation de documents allemands avec traductions ou résumés en français


par Essosimna Tomfei Marie-Josée ADILI
Université de Lomé (Togo ) - Maà®trise en lettres allemandes 2012
  

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2.2 - Document n° 2 : Un article de presse sur la question du métissage dans les colonies allemandes.

Source originale : Archives Nationales du Togo (ANT) - FA1/22

2.2.1 - Résumé du document en français

Ce document se fonde sur deux articles parus dans la presse coloniale en 1906, l'auteur du document résume la situation de la question des métis dans les colonies en posant une seule question : « Voulons-nous le mélange des races ou la pureté de la race dans nos colonies ? » Le premier article parle d'une mesure de boycott envisagée par une association dans la colonie allemande du Sud-Ouest-Africain (aujourd'hui Namibie) pour sanctionner tous les Blancs qui ont des relations sexuelles avec des Noires. L'Association exige l'intervention du gouvernement colonial contre ces Blancs, sinon, elle mettrait sa menace à exécution. Cette menace avait alors suscité dans la presse allemande libérale un tollé de protestations de la part de ceux qui voyaient dans une telle action une atteinte à la liberté individuelle, une manifestation de fanatiques de la pureté de la race. Dans un autre article en réponse à ce dernier, un lecteur s'étonne que des libéraux en Allemagne s'insurgent contre cette menace de boycott, mais se demande aussi comment il serait possible de lutter contre des Blancs ayant des relations sexuelles avec des femmes noires. En somme, il ne croit pas à l'efficacité de mesures répressives contre ce phénomène, mais prêche plutôt pour une politique d'éducation des Blancs pour le respect de leur race.

2.2.2 - Texte original allemand

Deutsche Kolonial- und Überseekorrespondenz«, Berlin Nr. 10, vom 21. Juli 1906 4) K.Ü.K. Rassenmischung oder Rassenreinheit in den Kolonien?

Grosses Aufsehen erregte bekanntlich vor einiger Zeit das Vorgehen eines Bezirksvereins in Gibeon, Deutsch-Südwest, welcher den gesellschaftlichen Boykott über alle Weissen zu verhängen beabsichtigt, die offensichtlich mit schwarzen Frauen in sexuellem Verkehr ständen. In der deutschen Presse, namentlich der freisinnigen, erhoben sich vielfach Stimmen, welche ein derartiges Vorgehen für einen Eingriff in die persönliche Freiheit des Einzelnen bezeichneten und voraussagten, dass es viel böses Blut machen werde. Vielfach forderte man scharfes Vorgehen der Behörden gegen solche Unfug« von germanischen Rassenreinheitsfanatikern.

Ein tüchtiger Kenner unseres südwestafrikanisches Schutzgebietes, wie Südafrika überhaupt, schreibt nun der Deutschen Kolonial- und Übersee- Korrespondenz« zu diesem Gegenstande: Die Aufregung über den Gibeoner Verein ist mir unverständlich. Ja, wenn es sich noch um irgendwelche obrigkeitliche Anordnungen und Strafbestimmungen handelte. Das ist ja nicht zu verkennen, dass ein Eingriff der Behörden auf diesem difficilsten Gebiete allerdings die grössten Bedenken hat. Aber auf der anderen Seite zu fordern, dass eine freie Vereinigung von Menschen, die planmässig und durch ein gesellschaftliches Mittel, dessen Wirksamkeit erst noch erprobt werden soll, die Reinhaltung der weissen Rasse bezwecken, nun von der Regierung totgemacht werden soll, ist gänzlich absurd, und dies um so mehr, wenn solche Forderung von Preisen erhoben wird, die sonst über jede Einmischung des Staates in die geheiligten Privatangelegenheiten seiner Bürger Zetermordio schreien.

Dass im Allgemeinen der Standpunkt jenes Vereins von allen Weissen drüben wenigstens unbewusst geteilt wird, ist jedem Afrikaner zweifellos. Bisher liegen in unserer Kolonie die Sachen so, dass wirkliche Ehen weisser Männer mit reinrassigen eingeborenen Weibern, soviel ich weiss, überhaupt nicht existieren. Und auch die Zahl der Mischehen weisser Männer und Bastardfrauen sind nicht so häufig, wie man wohl glaubt, sondern grosse Seltenheit. Dass sie geschlossen worden sind, ist lediglich auf wirtschaftliche Gründe zurückzuführen. Die ökonomische Depression hat manchen Farmer und Händler bewogen, durch eheliche Verbindung mit einem reichen Basdardmädchen seine Verhältnisse zu verbessern. Soviel ich weiss, wäre es ein Ding der Unmöglichkeit, diesen Ehen volle gesellschaftliche Anerkennung zu erringen und die Basdardkinder den weissen Kindern gleichsetzen zu wollen.

Hier handelt es sich eben um so tiefgewurzelte instinktive Rassengefühle, dass weder staatliche Massnahmen noch reichliche Fütterung mit Humanitäts- und Menschengleichheitsidealen seitens gutherziger Philanthropen etwas ausrichten können. Betrachten wir doch nur das umgekehrte Verhältnis, dass eine weisse Frau einen Schwarzen heiratet oder sich ihm sonst hingibt. Ich nehme keinen Anstand zu erklären, dass ich jeden, der darin nichts finden« kann, für ein Ferkel halte, mit dem ich mich nicht an einen Tisch setzen möchte. Mit verschwindenden Ausnahmen von Menschen mit rassenmoralischer Gehirnerweichung haben alle weissen Männer und Frauen das tiefe und unzerstörbare Gefühl einer grässlichen Unreinlichkeit einem solchen Verhältnis gegenüber. Eine derartige Frau ist natürlich für immer aus der Gesellschaft ausgestossen- von rechtswegen. Hier sehen wir alle klar, dass man Rassenfragen nicht aus einer philosophischen Weltanschauung der Gleichheit aller Menschen mit Hilfe schöner logischer Deduktionen und sogenannter edlen Gefühle lösen kann. Hier spricht die Stimme des Blutes gewaltig und eindringlich mit. Damit ist für jeden vernünftigen Menschen mit normalen Empfindungsleben die grundsätzliche Gleichheit von Weiss und Schwarz bei der ehelichen oder sonstigen Mischung ad absurdum geführt.

Nun scheint mir allerdings auch die Forderung des Gibeoner Bezirksvereins, jeden Mann, der mit einer Eingeborenen offensichtlich verkehrt gesellschaftlich zu ächten, wenn auch nicht als unsittlich, aber doch als zu weitgehend und völlig undurchführbar. Aber wahrscheinlich liegt hier nur ein Mangel der Berichterstattung vor, wie das Wörtchen offensichtlich klar zu machen scheint. Zu meiner Zeit verstand man in Südafrika unter offensichtlichen« Verkehr mit einer Eingeborenen einen solchen, der die äusseren Formen des ehelichen Zusammenlebens annahm: gemeinsame Benutzung von Wohn- und Schlafräumen etc. Aber dies ist gleichfalls immer stillschweigend von allen als vom Rassen- standpunkt aus unsittlich angesehen worden. Und mehr wird vermutlich jener Verein auch nicht beabsichtigen.

Etwas anderes ist die Frage des freien gelegentlichen Verkehrs mit schwarzen Frauen. Hier haben jedenfalls wir Männer notgedrungen immer den Mantel christlicher Liebe und Duldsamkeit über den Sünder gedeckt, der sich einmal in die Arme einer schwarzen Sirene verirrte. Immer helfen freundliche Ermahnungen und moralische Aneiferungen nicht, gegen das unter der heissen afrikanischen Sonne üppig wuchernde Triebleben. Ein Notbehelf ! Auch die Buren, die man sonst und nicht mit Unrecht als Muster in der Eingeborenenbehandlung ansieht, haben diesen Verhältnissen schliesslich Rechnung tragen müssen, wie die nicht unbedeutende Mischbevölkerung bei ihnen beweist. Sie hatten dabei den Rassenkampf bedeutend leichter zu führen, weil sie in ihrer geschlossenen Masse, familienweise stark organisiert, stets eine grosse Anzahl weisser Frauen aufzuweisen hatten. Wir sind in diesser Hinsicht viel schlimmer daran. Und ich kann nicht einsehen, dass es eine Inkonsequenz ist, wenn man bei allem starken Rassegefühl derartigen rein triebmässigen Verbindungen eine gewisse Duldung widerfahren lässt. Jeder Versuch durch gesellschaftlichen Boykott auch die heissblütige Jugend zu notgedrungener Askese zu erziehen ist - seien wir einmal vernünftig - eine Narrerei und gänzlich aussichtslos. Dass vernünftige Leitung durch alte Afrikaner hier sehr viel abzuschwächen und zu bessern vermag, will ich natürlich nicht in Abrede stellen.

Unsinnig ist natürlich auch die Forderung, dass man den vielen unehelichen Basdardkindern, insbesondere den sogenannten Soldatenkindern, deren sich die Missionsgesellschaften in so anerkennenswerter Weise annehmen, volle Gleichberechtigung im Bildungsgange mit den weissen Kindern zugestehen soll. Einmal handelt es sich durchaus nicht um die Blüte der afrikanischen Weiblichkeit, die hier in Betracht kommt, und dann geht es eben nicht, weil die meisten dieser Kinder aus Rassengründen geistig nicht fähig sind, eine derartige Bildung in sich aufzunehmen und zu verdauen. Und schliesslich ist es auch politisch töricht und gefährlich und erzieht uns nur Stänkerfriede und Unruhestifter, denen das bischen eingetrichterte Bildung das arme kleine Gehirn verwirrt. Sie dagegen zu einem tüchtigen Arbeiterstamm heranzuziehen ist eine äusserst dankbare Aufgabe.

Immer hat die Erfahrung gelehrt, dass die ungezügelte und gesellschaftlich sanktionierte Rassenmischung zwischen Dunkel und Hell zum Ruin der früheren weissen Herrenklasse geführt hat, zum Untergang oder doch zur Gefährdung ihrer Herrschaft. Es ist nicht zu viel behauptet, dass der Neger selbst den Weissen anfängt zu verachten, wenn er seine schwarzen Töchter zur Frau begehrt. Jeder Versuch, den gesellschaftlichen Abstand zwischen den beiden Rassen in irgendetwas zu überbrücken, führt mit Sicherheit zu Unruhen und Aufständen, mit grösserer

Sicherheit zu Aufständen als harte ungerechte Behandlung. Dies ist eine afrikanische Binsenwahrheit.

Eine Lösung der Schwierigkeiten ist nur zu erhoffen durch Stärkung der öffentlichen Sicherheit, Kräftigung der wirtschaftlichen Verhältnisse und der Existenzfähigkeit des Farmbetriebes, damit unsere deutschen Frauen ihren männlichen Landsleuten beruhigt übers Meer nach Neu- Deutschland folgen können. Haben wir deutsche Frauen und deutsche Mädchen drüben, dann kann der Gibeoner Bezirksverein diese Frage aus seinen Statuten streichen.

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